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Australischen Führerschein beantragen

Hintergrund

Einen aus­tralis­chen Führerschein brauchst du, wenn du nicht nur “kurz” zu Besuch hier bist. In jedem Bun­desstaat gibt es dazu eigene Fris­ten, wie lange du mit deinem Führerschein dort fahren darf­st, bevor du einen aus­tralis­chen Führerschein beantra­gen musst. Dabei gel­ten meis­tens min­destens drei Monate, die du mit deinem Führerschein fahren darf­st, voraus­ge­set­zt du hast eine englis­che Über­set­zung. Bei nor­malen Straßenkon­trollen hat bis jet­zt immer der deutsche Führerschein ohne Über­set­zung ausgereicht.

Wo beantragen?

Deinen aus­tralis­chen Führerschein beantragst du vor Ort beim Depart­ment of Trans­port (DOT), also dem Straßen­verkehrsamt. Hier kann ich nur von WA sprechen, da wir nun mal in Wes­t­aus­tralien wohnen. Es ist hier möglich ein­fach zu einem der DOT’s zu gehen, es muss nicht das näch­st­gele­gene sein.

Sei früh dran und bring Zeit mit. Die Wartezeit­en sind zwar kürz­er als in Deutsch­land, aber hier kannst du keinen Ter­min vere­in­baren. Wer zuerst kommt malt zuerst oder wie war das noch… An der Rezep­tion wirst du gefragt, ob du alle Doku­mente dabei hast und bekommst ein For­mu­lar, sowie eine Wartenummer.

Dokumente

Um deinen aus­tralis­chen Führerschein zu beantra­gen brauchst du deinen Führerschein, eine NAATI Über­set­zung, fünf ID Doku­mente (dazu gle­ich mehr) und ein aus­ge­fülltes For­mu­lar. Dieses For­mu­lar bekommst du vor Ort aus­ge­händigt. Auf diesem geht es darum die einzel­nen Lizen­zen, sowie deren Dat­en auszufüllen. Außer­dem wollen sie auch deine Dat­en, wie Name, Geburts­da­tum, Adresse usw. haben. Das For­mu­lar ist ein­fach auszufüllen. Bei Fra­gen lässt du die Zeile ein­fach offen. Dir wird dann weit­erge­holfen, wenn du dran bist.

Die NAATI Über­set­zung bekommst du online, dies kann einige Zeit dauern, meine war inner­halb von zwei Tagen da. Die NAATI selb­st bietet keinen Über­set­zungsser­vice an. Du musst einen Über­set­zungsser­vice mit NAATI Zer­ti­fikat nutzen. Ich habe diesen hier genutzt und war sehr zufrieden.

Fünf ID Dokumente

Da du neu ins Sys­tem aufgenom­men wer­den musst, brauchst du fünf ver­schiedene ID Doku­mente, um deine Iden­tität zweifel­los fest­stellen zu lassen. Bemerke, nicht ein­fach irgendwelche fünf Doku­mente, son­dern bes­timmte. Auch dazu gibt es ein Infoblatt vom DOT. Du hast zwei Möglichkeit­en, entwed­er du legst ein Doku­ment der Kat­e­gorie A, eines der Kat­e­gorie B, zwei der Kat­e­gorie C und eines der Kat­e­gorie D vor oder stre­ichst Kat­e­gorie B und legst stattdessen zwei der Kat­e­gorie D vor (zusät­zlich zu den anderen dreien). Du merkst also, das Ganze ist nicht ganz so einfach.

Kat­e­gorie A ist die Grund­vo­raus­set­zung für deine Exis­tenz an diesem Ort. Als Nach­weis hier­für wird eine aus­tralis­che Geburt­surkunde, die aus­tralis­che Staats­bürg­er­schaft, dein Visum, dein Migra­tionssta­tus (EIS/AMS/PRE/RDI Immi­Card oder ein Reise­doku­ment von der aus­tralis­chen Regierung akzep­tiert. Hier ist dein Visum die ein­fach­ste Option, wenn du dich in ein­er ähn­lichen Lage befind­en soll­test wie wir.

Kat­e­gorie B dient der Ver­linkung dein­er Iden­tität und Per­son. Damit ist schlichtweg ein Licht­bild­doku­ment gemeint. Hier zählen ein WA Führerschein, ein Führerschein oder Learn­er Zulas­sung eines anderen Bun­desstaates (voraus­ge­set­zt dieser bein­hal­tet ein Bild und die Unter­schrift der Per­son), eine Con­sular Fotoiden­ti­fika­tion­skarte, dein Reisep­a­ss, aus­tralis­ch­er Reisep­a­ss, WA Fotokarte, WA Waf­fen­schein, Iden­titäts­doku­ment von DFAT, Maritime/Aviation Secu­ri­ty ID Karte oder ein Sec­ondary Iden­ti­fi­ca­tion Statu­to­ry Dec­la­ra­tion Form (E41) (für Kinder). Dein Reisep­a­ss tut den Job.

Kat­e­gorie C  ist der Nach­weis dein­er Iden­tität in der Gemein­schaft. Doku­mente, die du in deinem Leben brauchst helfen dir hier. Zum Beispiel deine aus­tralis­che Bankkarte oder Kred­itkarte, ein Bankstate­ment oder ‑brief, eine Gas‑, Wasser‑, Strom-oder Tele­fon­rech­nung, dein orig­i­naler Tax File Num­mer Brief oder dein Tax Notice of Assess­ment Orig­i­nal, ein offizielles Schreiben von ein­er Regierungsagen­tur, dein Mietver­trag (muss die Adresse bein­hal­ten), Elec­toral Enroll­ment Brief (muss Adresse bein­hal­ten), Cen­ter­link oder Depart­ment of Vet­er­an Affairs health care oder pen­sion­er con­ces­sion Karte, Medicare Karte, WA Seniors Karte, WA Vehi­cle Licence (Reg­is­tra­tion Paper — Fahrzeugschein), WA Proof of Age Karte, ACT/NSW/NT/TAS/QLD/SA/VIC ID Karte (haben alle etwas unter­schiedliche Namen), MArine Licence Indi­ca­tor Karte, Work­safe high risk work Karte, Dan­ger­ous Goods Secu­ri­ty Karte. Bankkarte und State­ment sind hier am ein­fach­sten zu bekom­men, sofern du keines der anderen Doku­mente besitzt.

Kat­e­gorie D soll deine Wohnadresse nach­weisen. Hier reicht ein Schreiben von deinem Arbeit­ge­ber, die Kor­re­spon­denz mit ein­er Bil­dungsin­sti­tu­tion oder ein Brief von Dri­ving Access and Equi­ty Pro­gram. Egal, welch­es Doku­ment du hier vor­legst, es muss deine Wohnadresse bestätigen.

Alle Doku­mente müssen im Orig­i­nal vor­liegen, auf die gle­iche Adresse und den gle­ichen Namen aus­gestellt sein. Soll­test du so wie ich deinen Namen geän­dert haben, dann brauchst du auch dafür ein Doku­ment. Dies wäre in meinem Fall noch nicht ein­mal notwendig gewe­sen, da ich alle Doku­mente mit meinem neuen Namen hat­te. Beachte außer­dem, dass alle Doku­mente gültig sein müssen, vor allem wenn du von außer­halb Aus­traliens kommst. Die aus­gestell­ten Schreiben haben hier eine Gültigkeit von sechs Monaten.

Mein Vorgehen

Nach meinem Visum wurde gar nicht gefragt, da ich zuges­timmt hat­te mit mein­er Reisep­a­ss­num­mer eine Abfrage machen zu dür­fen. Mein Reisep­a­ss, mein Führerschein, die NAATI Über­set­zung ebneten mir den Weg. Meine Bankkarte und mein Bankstate­ment unter­stützten die vor­liegen­den Doku­mente und ein Schreiben von mein­er Arbeit war die let­zte fehlende Seite. Das ner­ve­naufreibende war, diese Doku­mente zusam­men zu bekom­men. Lei­der wurde mit nicht gesagt, dass ein inter­na­tionaler Führerschein als Über­set­zung nicht aus­re­icht, so wurde ich auf den Ver­weis ein­er NAATI Über­set­zung wieder weggeschickt.

Sehtest

Du musst dich einem kurzen Seht­est unterziehen. Dabei musst du Buch­staben von ein­er Tafel able­sen. Nicht wirk­lich schwierig. Bedenke, dass du eventuell deine Brille dafür brauchst.

Foto und Unterschrift

Am Ende wird ein Foto von dir vor ein­er weißen Wand direkt vor Ort gemacht. Super ein­fach, ohne Mehrkosten. Pass­bilder wer­den nicht akzep­tiert. Weit­er­hin unter­schreib­st du auf einem dieser elek­tro­n­is­chen Geräte. Deine Unter­schrift erscheint dann digital.

Kosten

Die NAATI Über­set­zung hat cir­ca 70 Dol­lar gekostet. Beim DOT selb­st fällt eine Bear­beitungs­ge­bühr vor cir­ca 65 Dol­lar an und die Gebühr für deinen Führerschein. Hier hängt es davon ab, ob du einen Gültigkeit­srah­men von einem oder fünf Jahren haben möcht­est. Ein Jahr kostet cir­ca 48 Dol­lar, wohinge­gen fünf Jahre unge­fähr 168 Dol­lar kosten. Die Kosten für meinen aus­tralis­chen Führerschein betru­gen somit cir­ca 303 Dol­lar für Über­set­zung, Auf­nahme ins Sys­tem und fünf Jahre Gültigkeitsdauer.

Fazit

Es ist nicht schw­er deinen aus­tralis­chen Führerschein zu beantra­gen. Ich gehe davon aus, dass der Prozess in allen Bun­desstaat­en recht ähn­lich ist. Bring Wartezeit mit und alle notwendi­gen Doku­mente. Hier liegt der Schlüs­sel zum Ganzen, zu ver­ste­hen welche Doku­mente du brauchst und wo du sie bekommst.

Deinen aus­tralis­chen Führerschein bekommst du dann inner­halb von zwei bis drei Wochen mit der Post zugeschickt. Mein­er hat nur eine Woche gebraucht.

 

~ Jen­ny

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