Die Fremantle Ports Harbour Cruise fanden wir durch Zufall auf Facebook. Dort wurde die kostenfreie Bootsfahrt durch den Fremantle Hafen in einer Gruppe “Deutsche in Perth” beworben. Eine Freundin hatte sie entdeckt und für uns alle gebucht. An einem Samstag Nachmittag war es dann so weit und wir versammelten uns am Fremantle Port für unsere Harbour Cruise.
Wo?
Erst einmal wussten wir nicht genau, wo wir hin mussten. Als wir dann den ungefähren Ort gefunden hatten schauten wir uns verwirrt um. Weit und breit war kein Schiff zu sehen. Wir waren früh dran und warteten geduldig. Nach einigen Minuten legte besagtes Schiff an. Es kam gerade von einer der Touren zurück, die jetzt noch vor uns lag!
Das Schiff
Das Schiff für die Harbour Cruise war mittelgroß. Das obere Deck war abgesperrt. Auf dem unteren Deck machten wir es uns in einer der aufgebauten Stuhlreihen bequem. Wir wählten sie so, dass wir möglichst viel Schatten hatten. Die Crew bestand aus dem Kapitän und einigen Freiwilligen. Diese übernahmen das Programm und so konnten wir eine kostenlose Cruise erleben. Es wurde viel zum Fremantle Hafen erzählt, was auch wirklich interessant war, es wurden einige Gebäude am Ufer erklärt und wir hatten sogar das Glück eines der riesigen Containerschiffe in Aktion zu sehen.
Der Fremantle Hafen
Der Fremantle Hafen wurde von 1892 bis 1897 gebaut. In nur knapp fünf Jahren ist ein enorm wichtiger Teil der Ökonomie Australiens entstanden. Er ist 425 Meter breit und 11 bis 17 Meter tief. Auf einer Seite nur 11m. Da hier die riesigen Containerschiffe anlegen, welche übrigens gedreht werden, bevor sie anlegen dürfen — dient alles der Sicherheit — gibt es kleiner Schiffe, die diese “abschleppen”. Die sogenannten Schlepper werden mit Leinen am Containerschiff befestigt und übernehmen beziehungsweise helfen mit der Navigation der Schiffe im dann doch etwas engen Hafen. Wenn so ein “Schiffchen” quer im Hafen schwimmt, dann ist auf beiden Seiten nicht viel Platz zum Rand, also wenig Spielraum. Dafür sind die wenigeren Schlepper da, sie können navigieren, aber auch ausbremsen.
Weitere kleine Schiffe sind im Einsatz, um den Boden des Hafen wieder glatt zu haken. Der Sand wird durch die enormen Schiffsschrauben der Containerschiffe aufgewirbelt und der Boden somit uneben. Als Navigationshilfe dienen rotweiß gestreifte Pfosten im Wasser, damit die “Piloten” der Schiffe wissen, wo sie langfahren müssen. Um eines der riesigen Containerschiffe steuern zu dürfen muss der “Pilot” mindestens zwanzig Jahre Erfahrung in einer Führungsposition haben!
Kreuzfahrtschiffe
Auch Kreuzfahrtschiffe legen im Fremantle Port an. Es gibt eigens dafür einen Personenterminal, welches nur über eine Kreuzfahrt betreten werden darf. Dieses ist für die Öffentlichkeit geschlossen. Es legen circa 40 Kreuzfahrtschiffe pro Jahr in Fremantle an. Vor Kurzem habe ich eines aus Norwegen gesehen.
Das Programm
Die Fremantle Port — Harbour Cruise war circa eine Stunde lang. Die Freiwilligen wechselten sich ab und vermittelten Informationen. Diese hatten entweder mit etwas zu tun, was gerade passierte, einem Gebäude, an dem wir vorbei fuhren oder einer Frage aus dem Publikum. So konnten wir die Informationen gut verarbeiten und uns sogar welche merken! Das war sehr hilfreich für das spielerische Quizz, das auf dem Rückweg veranstaltet wurde. Dabei gab es eine Kühltsche, Cappys und andere Kleinigkeiten zu gewinnen. Wir gewannen die Kühltasche mit der Antwort auf die Frage nach den Baudaten des Hafens. Diese hatte ich mir nur merken können, da Daniel sie für mich wiederholte und den Kommentar dazugesetzt hatte, dass dieses Bauprojekt zur damaligen Zeit schneller fertiggestellt wurde, als der Berliner Flughafen…
Ansonsten sahen wir, wie eines der Containerschiffe im Hafen ankam und gedreht wurde. Es dauerte eine ganze Weile und schien ein schwieriges Unterfangen zu sein. Außerdem hielten wir nach Delfinen Ausschau und hatten sogar Glück. Das Programm wurde kurz unterbrochen für diese Wildtiersichtung. Glücklich machten uns aber vor allem die Pelikane, die wir gesichtet hatten auf dem Weg in der Nähe der Fremantle Traffic Bridge. Diese wird aktuell neu gebaut und auch dazu wurden Fakten genannt. Es gibt dazu ein interessantes YouTube Video.
Fazit
Die Fremantle Port — Harbour Cruise hat sich vollkommen gelohnt. Abgesehen davon, dass sie kostenlos ist, erfährt du viele über Fremantle, Perth, die Museen und Gebäude in der Umgebung und kannst vielleicht sogar das eine oder andere coole Tier sehen. Die Cruise ist sehr interessant und wissensgerecht gestaltet. Ich würde sie jederzeit wieder machen. Viel Spa0 bei deiner Tour.
~ Jenny