Hintergrund
Dieses Jahr brachte viele Veränderungen für uns mit, da aus dem Reiseleben ein mehr oder weniger Alltagsleben wurde. Folglich war 2025 der Startschuss für unseren langjährigen Migrationsweg und so mussten wir uns auch weiterentwickeln, neue Herausforderungen meistern und uns Abenteuer in einer gleichbleibenden Umgebung suchen. Einfach war es nicht, aber zum Ende des Jahres fingen wir wieder an im Leben unseren Stil wieder durchzusetzen. So endet nun ein sehr schwieriges Jahr, welches dennoch viele schöne Momente für uns inne hatte. Viel Spaß bei unserem Jahresrückblick 2025:
Uni / Ausbildung
Der beste Weg, um sich hier langfristig niederzulassen ist es, einen Handwerksberuf zu lernen. Jahrelang wünsche ich mir bereits mich wieder weiter zu bilden und so fing ich eine Ausbildung zum Zimmermann an. Dies war zwar nicht meine erste Wahl, doch für das Budget und Vorhaben in Australien, gab es nicht viele weitere Optionen. Dennoch war mein Interesse groß, immerhin sind es Skills, die fürs Leben nützlich sind. Alles fing sehr gut an, doch schnell stellte sich heraus, dass die Ausbildung in Australien (nicht mit einer klassischen Ausbildung in Deutschland zu vergleichen), eher von geringer Qualität war. Der Unterricht war bescheiden, die verfügbaren Werkzeuge nicht immer funktional und Holz zum Üben nicht immer vorhanden. Also suchte ich mir noch einen Verein, wo ich meine Fähigkeiten verbessern konnte. Ehrlich gesagt gab es nicht wenige Momente, wo ich mich fragte, ob es sinnvoll sei, diesen Kurs fortzusetzen. Die Ausbildung war eine der großen Enttäuschungen des Jahres, doch jetzt wo ich weiß, wie es läuft, bin ich optimistisch für die Zukunft und weiß auch wo ich mit diesem Bereich hin will.
Jobs
Mit dem Studentenvisum dürfen wir Teilzeit arbeiten, also war es eine meiner ersten Missionen mir einen Job zu suchen. Am Anfang schien es aussichtslos, der Jobmarkt in Perth für Teilzeitstellen ist ziemlich schlecht gerade. Ich hatte Glück und wurde von einem Housesitting an eine Freundin weitervermittelt. In dem BnB habe ich sechs Monate lang gearbeitet. Danach habe ich gekündigt, weil wir zu weit weg gewohnt haben, mit Housesittings können wir uns den Ort eben nicht immer aussuchen. Zudem war ich erfolgreich in einem Gruppeninterview für eine Stelle im Supermarkt, der neu eröffnet wurde. Diesen Job habe ich immer noch und bin sehr happy damit. Allerdings bin ich dort nur casual angestellt und bekomme nicht immer die meisten Stunden. Es ist aber gut, etwas anderes zu sehen als das Haus und etwas Geld zu verdienen.
Housesits
Wie auch bereits in unseren Reisejahren, verblieben wir mit dem Konzept des Housesittings für unsere Unterkunftssituation. Der Vorteil für uns, wir können Haustiere haben, in sehr schönen Häusern leben und eine große Summe Geld sparen, die sonst in Mietkosten verloren gegangen wäre. Überraschenderweise lernten wir neue Stadtteile kennen oder änderten unsere Meinungen zu Orten, die wir früher gemieden haben. Zum Beispiel war Fremantle für uns immer zu überlaufen und sehr anstrengend bedingt durch schlechte Parkmöglichkeiten. Jedoch, als wir nach Fremantle für mehrere Monate zogen, verliebten wir uns in die Gegend und seit jeher kehren wir immer wieder zurück zum gleichen Haus.

Die Housesittings änderten sich ein wenig, im Vergleich zu denen in der Reisezeit. Wir suchten langfristige Aufenthalte über mehrere Monate und inzwischen haben wir eine handvoll Häuser, wo wir immer wieder zurückkommen dürfen. Anfangs waren wir unsicher, ob wir mit diesem Lebensstil klarkommen würden, ob wir immer Häuser kriegen würden, wenn wir es bräuchten, aber es klappt sehr gut. Der nächste Schritt ist es die Housesittings sorfältiger auszuwählen nach unseren Bedingungen und Orten, die wir am liebsten mögen.
Deutschland
Nach 1,5 Jahren ging es für uns mal wieder auf Heimatbesuch nach Deutschland. Für Daniel wurde es aufgrund der Uniferien ein kurzer Besuch von 2,5 Wochen, ich dagegen blieb ganze zwei Monate, der Jetlag muss sich ja auch lohnen! Wir erlebten viel in unserer gemeinsamen Zeit: Daniels Papa und ich hatten Geburtstag, wir sahen jede Menge Menschen wieder, wir besuchten gemeinsame Lieblingsorte, gingen shoppen und essen, grillten und genossen das gute vegane Essen. Weiterhin war ich als freiwillige Helferin bei den FISU Games unterwegs, fuhr mit meiner Familie in den Urlaub und flog nach Manchester eine Freundin besuchen.

Margaret River
Im Mai ging es für uns runter nach Margaret River zum Readers and Writers Festival, wo wir an verschiedenen Workshops teilnahmen. Gehört haben wir davon in Gisele Steins Podcast “The earthy writer”. Es war unser erster Trip seit wir im Dezember nach Perth zurückgekehrt waren. Der Trip war ziemlich gut und die Workshops sehr lehrreich. Wir haben einen Walk mit einem Aborigini gemacht, der uns einiges über seine Kultur und die Natur erzählt hat am Margaret River Mouth. Außerdem haben wir an einer Writingcompetition teilgenommen. Wir haben also angefangen auf englisch zu schreiben und es sogar der ganzen Gruppe präsentiert. Leider mussten wir den Trip recht kurz halten, da es die ganze Zeit geregnet hat und wir im Auto gecampt haben.
Lucky Bay
Zum Ende des Jahres wollten wir etwas verändern, der Alltag wurde zu langweilig und die Abenteuerlust war nicht mehr zu bändigen. So ließen wir einen großen Zeitraum frei von Housesittings und planten eine oder mehere Reisen zu vollziehen. Unser erster großer Trip ging dann nach Lucky Bay, wo wir über das Wochenende uns einen Platz auf dem sehr beliebten Campingplatz im Nationalpark gesichert hatten. Kaum Empfang, Traumstrände an jeder Ecke und mit dem Frenchman’s Peak eine Wanderung, die wir schon lange auf unserer Bucketlist hatten, eine perfekte Kombination. Die Wanderung zum Gipfel absolvierten wir zum Sonnenaufgang und generell, standen wir immer sehr früh auf, um Sterne zu sehen und so viel wie möglich von den kostbaren Tagen zu haben. Die meiste Zeit verbrachten wir bei Lucky Bay, wo wir unser Auto auf dem Sand parkten und mit offenem Kofferraum stundenlang unsere Bücher lasen, dem Ozean zuhörten oder einfach ein Nickerchen machten. Dieser Trip war perfekt um das Leben zu entschleunigen und den Alltag zu vergessen. Außerdem war es der perfekte Start in die Weihnachtszeit und so bauten wir einen Schneemann aus dem weißen Sand.

Cape to Cape Track
Einer unserer größten Träume für Western Australia war es die Cape to Cape Wanderung zu meistern (120–130km). Erst nahmen wir es uns für Anfang des Jahres vor, doch unsere Pläne änderten sich und zuletzt schien es ungewiss zu sein, wann wir es machen würden. Unsere zweite Reise am Ende des Jahres stand für eine lange Zeit nicht fest, doch wie es bei uns häufig so ist, entschieden wir spontan, dass der nur langsam warm werdende Sommer, perfekt sei um diese Challenge anzupacken. In kürzester Zeit machten wir einen Plan und organisierten das Equipment (Blogtexte werden folgen). Dann fuhren wir mit unseren Autos in den Süden und stürzten uns in ein Abenteuer, welches uns sehr viel abverlangte. Zwischenzeitlich hatten wir die Wanderung komplett aufgegeben, doch am Ende gelangten wir über Umwege an unser Ziel. Solch ein Abenteuer kann vieles anstoßen und seit jeher hat sich einiges in unserem Leben verändert.

Konzert
Mit dem neuen Lebensabschnitt kamen auch neue Hobbys und ein persönlicher Traum von mir war es tanzen zu lernen. So besuchte ich über das gesamte Jahr hinweg eine Tanzgruppe. Das Highlight des Jahres war es dann bei dem Konzert im Crown Theater aufzutreten. Kurze Zeit vor dem Konzert saß ich noch im Publikum und schaute mir mit Jenny ein Musical an. Kaum zu glauben, dass ich dann auf derselben Bühne, der größten in Perth, tanzen durfte. Dieses neue Hobby brachte mir viel Spaß und auch Inspiration. Zu sehen wie Kunst entsteht durch den Ausdruck mit dem Körper war einfach magisch.
Kalbarri
Während Jenny im sommerlichen Deutschland verweilte, durfte ich mich im regnerischen Perth von Haus zu Haus bewegen. Es war keine leichte Zeit getrennt voneinander zu sein, aber es war eine wichtige Erfahrung. Ich nahm mir vor mich selbst herauszufordern und aktiv zu bleiben. Abenteuer statt sich vom kalten Regen runterziehen zu lassen. Zwischen zwei Housesittings fuhr ich dann nach Kalbarri für einige Tage, wo ich dann die Zeit nutzte, um so viele Wanderungen wie möglich zu bezwingen. Ich nutzte meine Zeit sehr gut und schaffte auch die größte Wanderung in einer sehr anschaulichen Zeit. Außerdem verlor ich mich in Gedanken und holte meine Kamera nach langer Zeit Mal wieder aus den Tiefen des Autos. Nur die sieben Stunden Fahrt von und nach Perth war echt zehrend, da ich es alleine machen musste. Kalbarri alleine war eine sehr coole Erfahrung, aber Reisen mit meinem Lieblingsmenschen macht mehr Spaß.

Urlaub
In Deutschland bin ich mit meinen Eltern und meiner Schwester in den Urlaub gefahren. Das Spaßige hierran war, dass meine Eltern das Ganze geplant hatten. Weder meine Schwester noch ich wussten, wo es hingeht oder was wir machen. Ich habe es geliebt. Als Erstes ging es nach Hamburg, wo wir uns “Michael Jackson — das Musical” angeschaut haben. Dort hatte ich außerdem einen veganen pinken Burger! Danach ging es für uns nach Wismar, was mir unglaublich gut gefallen hat. Ich liebe es am Meer zu sein, die Stadt war sehr schön mit ihrer kleinen Fußgängerzone und auch unser Hotel war hervorragend. Anschließend verbrachten wir einige Tage in Jena in einem Spahotel, wo wir die Stadt unsicher machten, Badminton und Brettspiele spielten. Die letzte Station war Winterberg, wo wir den Erlebnisberg zu einem riesen Erlebnis machten. Mir wird der eine Nachmittag für immer im Gedächtnis bleiben, wo Papa, meine Schwester und ich eine riesen Rutsche runtergerutscht sind. Auf diesem Urlaub sind sehr viele schöne Erinnerungen entstanden, die ich nicht missen möchte und ich bin sehr dankbar, dass meine Eltern dies für uns als Familie organisiert haben. Danke Mama und Papa!
Fisu games
Bei den Fisu Games wurde ich in Essen eingesetzt. Dort wollte ich mir gerne Judo angucken. Selbst war ich draußen im Grugapark am Infostand eingeteilt, wo ich Gästen stets bemüht mit Rat und Tat zur Seite stand, gerne auch in englischer Sprache, die ich tatsächlich angefangen hatte zu vermissen. Meistens waren meine Schichten relativ entspannt und viel kürzer als geplant, so hatte ich sehr viel Spaß in der Judohalle. Dort sah ich Kämpfe, lief Backstage rum, traf alte Bekannte und Freunde wieder. Zudem aßen wir im Messezentrum meistens zusammen und ich verbrachte viel Zeit mit meiner Schwester, mit der ich mit ein Hotelzimmer teilte.
Manchester
Bevor es zurück nach Australien ging machte ich noch einen Ausflug nach Manchester, um eine Freundin zu besuchen, die ich während unseres Südafrikaaufenthalts kennengelernt hatte. Ich flog zu ihrem Geburtstag hin. Wir gingen erst shoppen und abends feiern. Erst ging es in eine Bar, die auch Arcadegames hatte. Dort trafen wir einige ihrer Freunde, danach ging es weiter in einen Club (mit Schreimusik…). Wir verbrachten einige coole Tage, wo sie mit ihre Stadt zeigte. Es gab vegane Burger, Eis, Kuchen. Wir schauten uns ein Einkaufszentrum an, in dem es ein selbstspielendes Klavier gab. Einen Morgen gingen wir zu einem Markt, wo wir eine gute Zeit hatten. Ein Stand verkaufte veganes Gebäck. Dort deckten wir uns ein, brachen dann zu einem Park auf und entspannten dort für Stunden. Wir erzählten, beobachteten die Vögel und genossen die Sonne. Abends schauten wir oft Filme von alten Romanen, wie Jane Austins Stolz und Vorurteil.
Musicals
Wir lieben Musicals und leben in einer Stadt, wo ständig welche aufgeführt werden. Dieses Jahr sahen wir Wicked, die Schöne und das Biest, sowie Cats. Ich sah außerdem Jesus Christ Superstar und Michael Jackson. Michael Jackson sah ich im Urlaub mit meiner Familie auf deutsch. Die Lieder waren allerdings englisch, was meinen Eltern etwas Schwierigkeiten bereitete. Um ehrlich zu sein, mir war nicht einmal aufgefallen, dass zwischen den beiden Sprachen gewechselt wurde… (hätte mir das früher jemand gesagt, hätte ich es nicht geglaubt). Ein hervorragendes Musical, muss ich sagen. Jesus Christ Superstar, eine Rockoper, hatte ich in der Schule im Musikunterricht durchgenommen und seitdem sehen wollen. Daniel überraschte mich damit, dass er mir ein richtig gutes Ticket besorgte. Es war das erste Mal, dass ich alleine zu einem Musical ging. Ich hatte zwei sehr schöne Unterhaltungen, es war weniger schlimm als ich dachte. Die Schöne und das Biest sahen wir mit einer Freundin von günstigen Randplätzen, was der Show keinerlei Abbruch tat. Es war so ein typisches Disneymusical, einfach magisch! Cats wollte ich gerne sehen, also schauten wir uns dieses ebenfalls an. Gefallen an sich hat es uns auch, aber ganz verstanden haben wir es erst im Nachhinein. Wicked war definitiv ein großes Highlight, eines der besten Musicals, dass ich je gesehen habe und ein perfekter Auftakt für dieses neue Leben, nach einem Jahr im südafrikanischen Busch!
Honky Tonk
Während unserer Housesittings in Fremantle, probierten wir einige neue Sachen und Aktivitäten aus. Unter anderem gingen wir zum Line Dancing ins Honky Tonk. Die Bar bietet kostenlos Tanzstunden an. Obwohl es uns häufig viel zu voll dort ist, hatten wir einige Male sehr viel Spaß in der Bar. Line Dancing hat uns mehr Leichtigkeit in den Alltag gebracht und später wurden die Tanzskills überall adaptiert, ob auf Rollschuhen im Park oder im Schlafanzug im Wohnzimmer.
Writing workshop
Wir haben an einem Micro Memoir Writing Workshop teilgenommen. Micro Memoiren sind in der Regel Texte, die weniger als 500 Wörter enthalten. Sie spielen mit den Lücken, die sie lassen und setzen auf die Intelligenz der Leserin/des Lesers diese zu füllen. Daniel und ich haben beide den Writing Workshop gemacht, wobei interessante Stücke herauskamen. Eines davon habe ich sogar im Plenum vorgestellt. Den zweiten Teil des Workshops habe nur ich gemacht, dabei ging es um das Bearbeiten. Zudem wurde auch wieder geschrieben. Der erste Teil hat mir deutlich besser gefallen. Es war schön wieder mit dem Schreiben anzufangen und der Kreativität ihren Lauf zu lassen.
Traffic light party
Seit diesem Jahr lerne ich Rollschuhfahren, dies fing im Januar mit einer Traffic light Party an. Die “Ampelparty” bezieht sich auf die Farben der Bändchen, die ausgehändigt werden. Grün steht für Single, orange/gelb für offen für soziale Interaktion und rot beschreibt vergeben. Wir entschieden uns für orange Bändchen. Die Party findet im Rollerskatingrink statt und selbstverständlich auf Rollschuhen. Wir schauten uns erst um. Es war ein Dienstag, also nur Erwachsene erlaubt. Es war ziemlich voll. Die erste Stunde war es möglich zusätzlich an einer Lernstunde teilzunehmen. Dieses Angebot nutze ich und lernte direkt neue Menschen kennen, außerdem lernte ich einen effektiveren Weg zu skaten, einen neuen Skill und dass es eine Outdoorgruppe gibt, die ebenfalls unterrichtet. Ein rundum gelungener Abend!
Judoturnier
Obwohl wir derzeit nicht mehr aktiv Judo machen, bleibt es unsere Herzenssportart. Im September schauten wir uns die Perth International Open an. In einer Turnhalle, wo wir mal vor Jahren Badminton gespielt hatten, lagen die Matten für zwei Wettkampfflächen bereit. Zunächst ging es sehr herzerwärmend mit den Kindern los. Die Kämpfe fanden am Vatertag statt und so wurden immer wieder sehr süße Nachrichten zwischen den Kämpfen vorgelesen. Später gab es noch die Kämpfe zwischen Vätern und Kindern. Spanender wurden die Kämpfe der Erwachsenen und wir verloren uns in dem Sport, welchen wir einfach lieben. Wer weiß, vielleicht werden wir irgendwann wieder zurückfinden, aber bis dahin werden wir in Reichweite bleiben und wenn sich die Gelegenheit bietet Wettkämpfe besuchen.
Bungee jumping
Während wir uns in Deutschland aufhielten hatte Jenny Geburtstag. Der perfekte Anlass, um ihr den nächsten Traum zu erfüllen und sie auch ein wenig ins kalte Wasser zu schmeißen. So buchte ich ihr einen Bungee Jump von dem sie nichts wusste einen Tag vor dem Geburtstag. Außerdem packte ich alles für ein Picknick und für weitere spontane Abenteuer. Früh morgens fuhren wir los, Jenny wie immer nervös, wenn sie nicht weiß, was passiert. Ich plante eine sehr frühe Ankunft, so dass es genug Zeit gab sich mental auf den Bungee Jump einzustellen. Am Gelände angekommen wurde das Geheimnis gelüftet und erst gabs den Schock und dann doch wieder die Freude. Wir schauten uns einige Sprünge an bis Jenny dran war.
Dann mal los, was blieb mir auch anderes über. Ich wollte ja springen. Bis ich dran war verging einiges an Zeit, da vor mir erst die Paare dran waren. Leider würde Daniel niemals mit mir springen, aber solange er mich vom Boden aus anfeuert bin ich okay damit. Ich unterhielt mich mit einigen anderen Springern. Einige hatten sogar richtig Angst. Vorfreude war bei mir das größte Gefühl, gefolgt von etwas Nervosität. Schließlich war ich dran. Es gab Anweisungen, die ich befolgte. Dann das Video und schließlich die Freigabe zum Sprung, also sprang ich. Nicht viel drüber nachdenken, sondern einfach los. Ich baunzte noch eine Weile auf und ab, bis ich schließlich wieder runtergelassen wurde. Unten war der Kerl erstaunt darüber, wie entspannt ich schon wieder war. Es hat Spaß gemacht, ich bin froh es gemacht zu haben, muss das Ganze aber nicht nochmal wiederholen. Fallschirmspringen macht dann doch mehr Spaß!
Dawnbreak
Wir würde es aussehen, wenn man das klassische Konzept einer Party mit einem gesünderen Lebensstil und traumhaften Stränden verbindet? Dawnbreak ist ein relativ neues Konzept in Australien, aber eins, welches einfach genial ist. Im Stile einer silent disco, treffen sich tausende Menschen am Strand, ein DJ haut die Musik rein. Außerdem sind die Menschen nüchtern und das coolste Detail, es geht um 5 Uhr morgens los. Dann wird sich am Strand die Seele aus dem Leib getanzt und am Ende gibt es einen Dip im Ozean. Drei Dawnbreaks konnten wir dieses Jahr erleben und das Gefühl von Freiheit und Freude war unbeschreiblich. Dies ist genau die Art von Party, die uns liegt.

Autounfall
Ein persönlicher Schattenmoment war für mich ein Autounfall, wo ich sehr viel Glück hatte, unbeschadet davon zu kommen. Abgesehen davon, dass wir dann innerhalb kürzester Zeit ein drittes Auto kaufen mussten, weil das Auto nach dem Unfall verschrottet wurde, hatte ich monatelang mit Ängsten im Straßenverkehr zu kämpfen. Zum Glück konnte ich in der zweiten Jahreshälfte immer mehr Abstand davon gewinnen und wieder ganz normal auf den Straßen unterwegs sein.
Christmas
Dieses Jahr hatten wir eines der besten Weihnachten! Am 24. (unserem Weihnachten) gab es erst gutes Frühstück, bevor es zur Tagesaktion ging. Wir machten die Tunnel unter dem Fremantle Prison unsicher. Eine Tour, die wir schon lange machen wollten. Mit 40 Grad Celsius hatten wir uns auch den perfekten Tag ausgesucht, denn in den Tunneln war es nur 17 Grad, aber schwül, also nicht kalt. Unser Guide war hervorragend, sie kannte sich unglaublich gut aus. Erst gab es eine kurze Führung über das Gelände mit einigen Scherzen. Danach durften wir alle einen Alkoholtest machen. Ein Film gab kurz einige Infos und Sicherheitsinformationen, gefolgt von einer Erklärung des Equipments und der Ausstellungsstücke. Wir bekamen alle Gummistiefel und mussten alle Gegenstände zurücklassen. Ab in die Sicherheitsausrüstung und die Leitern runter in die Tunnel. Es ging tief runter. Es wurde immer zu zweit geklettert. Manche machten daraus ein Wettrennen, ich gewann mit Abstand! Die Führung durch die 1,2 m hohen Tunnel ging erst zu Fuß los und später im Boot weiter. Nach der Tour ging es über den Umweg ins Einkaufzentrum, wo wir jeder einen Frozen Yoghurt (Yo-chi) aßen, nach Hause. Dort kühlten wir uns im Pool ab, bevor es an die Vorbereitungen für das BBQ ging. Das Essen war unglaublich gut. Den Tag begleitete natürlich Weihnachtsmusik. Anschließend gab es die Bescherung.
Penguin Island
Bei unserer Abenteuersuche in Perth fand ich in den südlichen Gebieten eine ziemlich coole Insel. Penguin Island ist mit der Fähre erreichbar und so nahm ich Jenny auf einen kleines Überraschungsabenteuer mit. Wir nahmen uns einfach den ganzen Tag für die Insel, die man gut in ein bis zwei Stunden komplett sehen kann. Es war einer der ersten Schritte zu unserem geliebten Abenteuer- und Draußenleben. Wir verbrachten Stunden damit Pelikane zu beobachten, den Ausblick zu genießen und zu reden. Obwohl es keine Pinguin Saison war, erwischten wir für uns genau den perfekten Moment, weil es die Zeit war, wo die Pelikankolonie fliegen lernte und übte.

Fazit
2025 war das Jahr der Umstellung vom Reisen zum “Alltagsleben”. Unser Alltagsleben unterscheidet sich immer noch ziemlich von dem allgemein Bekannten. Wir hatten einige Schwierigkeiten, konnten diese aber überwinden. Dieses Jahr haben wir viel gelernt, vor allem dass wir als Team durchs Leben gehen! Wir nehmen das Leben jetzt Schritt für Schritt in Angriff mit Spaß und Abenteuer, denn auch diese sind möglich. Unbequemlichkeit ist etwas, worüber wir uns freuen. Früh aufstehen bereitet uns nicht immer Freude, macht unser Leben aber besser. Wir hoffen unser Jahresrückblick 2025 hat dir gefallen.
~ Daniel und Jenny