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Mein Monat als Backup

Da unser eigentlich­es Place­ment erst Anfang August anfan­gen würde (mehr dazu hier), wurde Daniel als Medi­ain­tern und ich als Back­up “eingestellt”. In diesem Text möchte ich über meine Erfahrung sprechen.

Was ist ein Backup?

Als Back­up wird ein Appren­tice Trails Guide beze­ich­net. Dieser übern­immt auf den Bush­walks die Rolle des zweit­en Gewehrs oder kann unter Auf­sicht auch als Lead­guide laufen. Weit­er­hin fall­en Auf­gaben im Camp an, wie es aufhüb­schen, Sachen repari­eren, Feuer­holz sam­meln usw.

Bedingungen

Wir hat­ten nicht wirk­lich eine Wahl. Uns sechs Wochen lang selb­st zu verpfle­gen, obwohl wir für das ganze Jahr bezahlt hat­ten, woll­ten wir nicht.
Allerd­ings ver­suchte ich für mich noch eine weit­ere Schießprü­fung rauszuhan­deln. Diese wurde mir zuge­sagt. Außer­dem wollte ich gerne wis­sen, wer die Lehrer sein wür­den und entsch­ied nach einem Blick auf die Namen, dass dies okay sein sollte.

Das Problem

Ich han­delte eine Schießprü­fung raus, da ich meine nicht bestanden hat­te. Also kon­nte ich nicht als zweites Gewehr laufen, was erstens den Haupt­teil der Auf­gabe aus­macht und zudem nur noch die Scheißauf­gaben überlässt.

Die Ankunft

Wir soll­ten abge­holt wer­den, da Pride­lands direkt an die Stadt Hoed­spruit gren­zt. Sie kamen zweiein­halb Stun­den zu spät. Bei unser­er Ankun­ft stell­ten wir fest, dass es eine Gruppe von nur fünf Per­so­n­en war.

Das Essen

Daniel und ich sind veg­an. Das war während des Kurs­es schon ein Prob­lem gewe­sen, da die Köchin­nen nicht ver­ste­hen, was es heißt oder es ignori­eren. Selb­st nach mehrfachen Erk­lärun­gen sollte uns Halum­nikäse zum Mit­tagessen serviert wer­den… So endete es irgend­wann damit, dass wir unser eigenes Essen kauften und uns so haupt­säch­lich von Crack­ern, Fer­tignudeln und Müs­liriegeln ernährten. Mehrfach wurde unter anderem vergessen für uns Mit­tagessen zu kochen.

Meine Aufgaben

Da die Schießprü­fung erst mit dem fol­gen­den Kurs zwei Wochen nach unser­er Ankun­ft stat­tfind­en sollte, lagen vor mir zwei Wochen voller Auf­gaben. Am Anfang war es noch okay, da ging es lediglich darum mit einem Gameview­er hin und her zu fahren, um Leute abzu­holen oder zu tanken. Ich durfte an Gamedrives teil­nehmen, wenn nichts anderes anstand. Also tat ich dies. Daniel und ich kon­nten unsere eige­nen Gamedrives absolvieren, da er Foto­ma­te­r­i­al brauchte.
Jeden zweit­en Tag musste die “Fat Trap” sauber gemacht wer­den. Dabei han­delt es sich um eine Met­all­box in der Fett und Essen­sreste gesam­melt wer­den, die beim Spülen in den Abfluss ger­at­en. Also muss liter­weise Ekel­wass­er in Eimer geschüt­tet wer­den, bevor diese Eimer mit ein­er Schubkarre zu einem Loch im Boden gebracht wer­den. Dort wer­den die Eimer wieder aus­geleert. Diese Aktion ist unnötig, sehr eck­lig (vor allem wenn du bedenkst, dass es haupt­säch­lich Fleis­chfett ist und ich veg­an lebe…) und super anstrengend.
Weit­ere Auf­gaben waren ein neues Loch graben, Asche weg­machen, Steine sam­meln und als Deko­ra­tion an den Wegrän­dern im Camp verteilen.

Gruppen

Wir hat­ten eine Gruppe mit fünf Leuten für ihren NQF2 Kurs da. Kurze Zeit später stieß eine weit­ere Gruppe mit cir­ca 12 Men­schen, die den gle­ichen Kurs absolvierten, aber später ange­fan­gen hat­ten, hinzu. Dies führte dazu, dass oft keine Autos ver­füg­bar waren, nicht genug Platz oder ich eine Walk­ing­gruppe raus­fahren oder abholen musste, was hieß, dass ich eben­falls nicht teil­nehmen kon­nte. Vor allem, weil diese Sachen schlecht und kurzfristig kom­mu­niziert wur­den, hat­te ich oft schlechte Laune. Es passierte mehr als ein­mal, dass ich fer­tig ange­zo­gen mit gepack­tem Ruck­sack am Auto stand und zurück­gerufen wurde…

Mitarbeitermeetings

Diese waren eigentlich dazu da, damit jed­er seine Auf­gaben ken­nt… Irgend­wie nah­men nur nicht alle daran teil. Daniel nahm zum Beispiel teil, der andere Medi­ain­tern aber nicht. Schließlich gab es keine mehr. Also fragte ich, was ich tun sollte und wenn nie­mand eine Antwort für mich hat­te tat ich nichts… Es gab noch einen anderen Back­up, schließlich musste ja irgendw­er als zweites Gewehr laufen, aber dieser küm­merte sich haupt­säch­lich um die Autos, wo ich nicht helfen kon­nte. Ich sam­melte meis­tens Feuer­holz, Daniel half mir, obwohl es nicht seine Auf­gabe war. Irgend­wann weigerte ich mich, da die Schüler eine ganze Anhänger­ladung, die für min­destens vier Tage gedacht ist inner­halb von 1,5 Tagen ver­feuerten. Abge­se­hen davon ist es unethisch ist das Holz im Reserve zu sammeln.
Später gab es die Meet­ings wieder, weil es einen Per­so­n­en­wech­sel in der Rolle der Camp­ko­or­di­na­torin gab. Erst dachte ich, das wäre gut, doch wurde ich eines Besseren belehrt. Wenn sie nicht ihren Willen bekam, dann ende­ten die Diskus­sio­nen nor­maler­weise in Schrei­du­ellen von ihr und der Headin­struc­torin, die dann oft davon ging. Diese Per­son mis­chte sich auch ein, wenn trotz eines Aus­flugs zur Stadt alle Auf­gaben erledigt waren oder wenn es ihre eige­nen Auf­gaben gar nicht betraf…

Der Konflikt

Als es nur noch Walks gab nahm ich nicht mehr an den Aktiv­itäten teil, auch unsere eige­nen Gamedrives wur­den gestrichen. Also schlief ich bis zum Früh­stück um 10, früh­stück­te, nahm an der Besprechung teil und erledigte dann meine Auf­gaben. Gab es keine, beschäftigte ich mich selb­st, das Gle­iche, wenn ich fer­tig war. Das Ganze endete mit einem Anruf von der Per­son, die das Place­ment koor­diniert, wo mir vorge­wor­fen wurde, dass ich nicht arbeit­en würde. Das ließ sich ein­fach auf eine Per­son und ein Ereig­nis einige Tage vorher zurück­führen. Sie hat­te darauf bestanden, dass ich eine Auf­gabe zu dem Zeit­punkt machen sollte, zu dem ich eigentlich einen Gamedrive machen sollte. Ich sagte, dass ich es später machen würde, daraufhin beschw­erte sie sich, dass die Asche vom Feuer dann die Tis­che und Bänke wieder schmutzig machen würde, woraufhin ich erwiderte, dass ich diese dann noch ein­mal abwis­chen würde.

Die Diskussion

Nach 10 Minuten wurde mir die ganze Diskus­sion zu blöd, also sagte ich Daniel, dass er mit der anderen Per­son alleine fahren sollte und stapfe wutent­bran­nt davon, um diese Auf­gabe zu machen. Meine Diskus­sion­spart­ner­in fol­gte mir und begann wieder auf mich einzure­den, während ich meine Auf­gabe erledigte. Irgend­wann brach ich in Trä­nen aus, weil ich so unglaublich sauer war. Ich wollte nicht dort sein, ließ ich sie wis­sen und dass sie mein Leben nicht noch schw­er­er machen musste. Das wusste sie ange­blich nicht.

Es war all­ge­mein bekan­nt, dass ich nicht dort sein wollte, aber keine andere Möglichkeit hat­te. Außer­dem hat­te ich es mehrfach erwäh­nt, unter anderem auch in ihrer Anwe­sen­heit. Trotz dessen bekam ich besagten Anruf, wo sog­ar Daniel noch ein­schre­it­en musste. Mir wurde vorge­wor­fen, dass ich alle Auf­gaben ver­weigern würde… Mir wurde es zu blöd. Nach diesem Anruf mache ich Auf­gaben nur, wenn es mir gesagt wurde, fragte auch nicht mehr danach und hielt mich son­st in meinem Zelt auf.

Das Ende

Ich atmete erle­ichtert auf und wir sagten sofort zu als unser Place­ment uns wis­sen ließ, dass wir auch zwei Wochen eher anfan­gen kon­nten. Ich war so froh dort wegge­hen zu kön­nen. Wir beschlossen nahezu sofort, dass wir nicht die zwei ein­wöchi­gen Kurse am Ende des Jahres absolvieren wür­den. Außer­dem wür­den wir im Gegen­satz zu anderen Schülern nie zu diesem Unternehmen zurück­kehren, vor allem nicht als Back­up. Wir waren außer­dem nicht die Einzi­gen, die so ihr Place­ment anfan­gen mussten. Weit­ere Per­so­n­en hat­ten als Back­up ange­fan­gen, während sie auf ihre Place­ments warteten. Wir wären also kein Son­der­fall, auch wenn es so scheinen mag, da wir als Paar unter­wegs sind.

Fazit

Back­up bei Eco­Train­ing war die größte Shit­show, die ich jemals erlebt habe. Zudem hät­ten sie eine deut­lich bessere Lösung find­en kön­nen, aber sie sind deut­lich mehr auf den mon­etären Aspekt fokussiert als auf das Wohl ihrer Schüler.

~ Jen­ny

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