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Penguin Island

 Hintergrund

Seit Anfang des Jahres leben wir wieder in Perth. Hier wer­den wir wahrschein­lich die näch­sten Jahre bleiben, jedoch heißt es nicht, dass wir ohne Aben­teuer auskom­men wer­den. Selb­st in ein­er Stadt, wo wir bere­its mehrfach gelebt haben, gibt es immer noch neue Orte zu ent­deck­en. So plante ich für uns einen Tagestrip nach Pen­guin Island und nahm Jen­ny gle­ichzeit­ig eine zukün­ftige Über­raschung von ihrer Seite vorweg.

Die Insel

Die Überfahrt

Um auf die Insel zu kom­men gibt es zwei Wege: laufen oder die Fähre nehmen. Es wird davon abger­at­en über die Sand­bank zu laufen. Zum einen gibt es wohl starke Strö­mungen, zum anderen die Gefahr von Haien. Schisse­büx­en, die wir sind, nah­men also die Fähre. Die Über­fahrt dauerte nur wenige Minuten. Auf der Insel kommst du am Steg an, der direkt zum Zen­trum der Insel führt.

Die Tour

Daniel buchte uns eine geführte Tour über einen Teil der Insel hinzu, wo es um die Insel, ihre Geschichte und vor allem das Wildlife ging. Unser Guide war eine junge Frau, die einen außeror­dentlich guten Job machte, vor allem in Anbe­tra­cht der Tat­sache, dass ein Teil unser­er Gruppe immer hin­ter­her­hink­te und per­ma­nent redete. Dafür hat­te sie meinen vollen Respekt. Da wir uns selb­st schon als Guides ver­sucht hat­ten, wis­sen wir, wie hart dieser Job sein kann, wenn die Teil­nehmer schwierig sind. Wir erfuhren, dass es auf der Insel 75 ver­schieden­er Pflanzenarten gibt.

Wir auf Penguin Island

Penguin Island Geschichte

Wir haben einiges gel­ernt und wollen dies hier mit dir teilen: Pen­guin Island war ein Touris­ten­hotspot. Es wur­den sog­ar Höhlen in den Stein gesprengt, damit Leute dort über­nacht­en kon­nten. Seaforth McKen­zie hat­te diese Idee und ernan­nte sich selb­st zum “König der Insel”. Nach dieser Ära kon­nte er die Miete für die Insel nicht mehr bezahlen, so wurde die Insel zu einem Resort für Grup­pen, ins­beson­dere Schulk­lassen umge­wan­delt, bevor es von der Regierung zum heuti­gen Naturschutzge­bi­et erk­lärt wurde.

Pinguine

Pen­guin Island ist nach seinen Pin­guin­be­wohn­ern benan­nt, dem Zwerg­pin­guin, der kle­in­sten Pin­guinart der Welt. Lei­der waren wir zur falschen Jahreszeit vor Ort und die Pin­guine somit “aus­ge­flo­gen”. Im Som­mer (Novem­ber — Ende Feb­ru­ar) ist es deut­lich wahrschein­lich­er Pin­guine zu ent­deck­en, da sie sich in der Mauser befind­en. Sie ver­lieren alle ihre Fed­ern und müssen 10.000 Fed­ern nachwach­sen lassen. In dieser Zeit ist es unmöglich für sie zu schwim­men, denn sie wür­den ein­fach ertrinken. Dadurch find­est du sie an Land. In dieser Zeit wird die Insel bei über 35 Grad Cel­sius geschlossen. Die Pin­guine müssen sich am Wass­er abkühlen kön­nen, sind aber zu scheu, um dies zu tun, wenn Men­schen auf Pen­guin Island unter­wegs sind.

Die Pin­guine haben eine Drüse in der Nähe ihres Schwanzes, die ein Öl pro­duziert, welch­es sie auf ihrem ganzen Kör­p­er verteilen. Dieses hil­ft ihnen dabei im Wass­er trock­en zu bleiben. Pin­guine ver­brin­gen die meiste Zeit des Tages im offe­nen Meer, wo sie bis zu 70 Meter tief tauchen, um 25% bis zu einem Drit­tel ihres eige­nen Kör­pergewichts, cir­ca 1–1,2kg, zu essen. Bei dieser Kolonie han­delt es sich um die nördlich­ste Kolonie der Südhalbkugel.

Erschreck­ender Weise ist die Pop­u­la­tion deut­lich zurück­ge­gan­gen, von cir­ca 1200 Indi­viduen auf cir­ca 350. Dies ist der Haupt­grund, warum so strik­te Maß­nah­men, wie die Schließung der Insel, ergrif­f­en wer­den. Außer­dem ist es unter­sagt Schaden anzuricht­en, abge­se­hen von den Strän­den ist es nicht erlaubt den Board­walk zu ver­lassen. Es dür­fen keine Lebe­we­sen, Pflanzen oder Steine beschädigt, getötet oder mitgenom­men werden.

Pelikane

So wenig Pin­guine wir sehen kon­nten, so viele Pelikane waren zu sehen. Die Pelikane haben Pen­guin Island as Brut­stätte auserko­ren. Sie brüten dank der sehr guten natür­lichen Gegeben­heit­en das ganze Jahr über, da jede Menge Fut­ter ver­füg­bar ist. Pelikane kön­nen 13 Lit­ter Wass­er in ihren Schnä­beln haben. Sie sind in der Lage Salzwass­er in Frischwass­er umzuwandeln.

Pelikanflugschule

Zum Zeit­punkt unseres Trips (Mai) gab es eine span­nende Gegeben­heit. Die “jugendlichen” Pelikane lern­ten das Fliegen und Lan­den rund um die Insel. Dies war bess­er als jegliche Show auf dem TV. Viele der jun­gen Pelikane kamen sehr leicht ins Wanken bei ihrem Lan­dean­flug, dies waren die Ama­teure. Sie sind dadurch aufge­fall­en, dass sie ihre Beine schon Minuten vor der Lan­dung spreizten und sehr stark wack­el­ten beim Sink­flug. Doch auch bei den Pelika­nen tren­nte sich die Spreu vom Weizen.

Die Profis glit­ten geschmei­dig runter und erst einige Sekun­den vor der Lan­dung fuhren sie die Beine aus. Wir hat­ten unsere Klapp­stüh­le dabei und macht­en es uns bes­timmt für eine Stunde bequem. Voller vergnü­gen kom­men­tierten wir die Lan­de­v­er­suche der Pelikan­schule. Es war ein her­rlich­er Herb­st­tag, mit frisch­er Luft und war­men Son­nen­strahlen. Wir lieben Pelikane, bere­its bei unser­er Hochzeit ließen sie sich blick­en, und deswe­gen war dieses Erleb­nis magisch für uns. Eine Insel mit hun­derten von Pelika­nen, sie waren über­all. Fol­glich wurde uns nicht lang­weilig bei der Beobachtung.

Der Walk

Nach ein­er ordentlichen Weile entsch­ieden wir uns dazu weit­er zu ziehen. Wir waren im Nor­den der Insel und im Süden gab es einen weit­eren Look­out, wo du noch jün­gere Pelikane beobacht­en kannst. Über einen kurzen Strandspazier­gang erre­icht­en wir die Aus­sicht­splat­tform. Die Insel ist ziem­lich klein und alles ist schnell erre­ich­bar. An dem Look­out macht­en wir es uns erneut gemütlich und war­fen einen Blick auf den süßen Pelikan Nach­wuchs, manche noch nicht mit der vollen Farbausprägung.

Wir sahen wie sie vom Ufer ins Wass­er sprangen und viele von ihnen verge­blich ver­sucht­en Fisch aus dem Wass­er mit ihrem Schn­abel zu holen. Von diesem Look­out aus sahen wir außer­dem mehrere Kan­inchenadler (Lit­tle eagle), einige Tauben und zwis­chen­drin andere Voge­larten die sich unter die Masse der Pelikane mis­cht­en. Zusät­zlich sahen wir auch sehr inter­es­santes Ver­hal­ten wie Pelikane die sich untere­inan­der anlegten oder sich gegen­seit­ig den Kopf in den Schn­abel steck­en. In Summe gab es viel span­nen­des zu sehen.

Echse & Seelöwe

Nach unser­er kleinen Wan­derung gin­gen wir zum Ankun­fts­bere­ich der Insel. Die kleine Grün­fläche in der Nähe des Stran­des bot den per­fek­ten Ort, um abzuschal­ten. Wir hät­ten bere­its die Fähre aufs Fes­t­land zurück nehmen kön­nen, aber wir ließen uns Zeit bis zur let­zten Fähre, um den son­ni­gen Tag auf der ruhi­gen Insel zu genießen. Wir liefen noch ein­mal den Strand hin­unter, da ein Seelöwe am Strand gesichtet wurde. Jenen sahen wir uns an, jedoch regte sich das Tier kaum und eben­so wie wir es planten, genoß es ein­fach die Sonne. Wir bre­it­eten uns in der Nähe der Rasen­fläche aus, rede­ten, spiel­ten Karten und nah­men die Energie der Sonne auf. Irgend­wann bemerk­te ich wie eine mit­tel­große Echse sich meinen Wan­der­ruck­sack vor­nahm. Die Echse klet­terte hin­ter einen atmungsak­tiv­en Stoff im Rück­en­bere­ich. Anscheinend wollte jemand mit aufs Fes­t­land, aber sobald der kleine Ein­drin­gling erwis­cht wurde, machte er sich auch wieder vom Acker.

Echse

Fazit

Pen­guin Island hat für unter­schiedliche Jahreszeit­en unter­schiedliche Höhep­unk­te zu bieten. Selb­st in der weniger beliebten Zeit emp­fan­den wir diesen Aus­flug als span­nend und bere­ich­ernd. Die Tour war inter­es­sant und sehr infor­ma­tiv und die Insel war per­fekt, um einen Tag dem hek­tis­chen Stadtleben von Perth zu entkom­men und die Natur zu genießen. Wir wollen defin­i­tiv noch ein­mal wiederkom­men, um die anderen High­lights auch zu sehen. Ein Besuch ist sehr empfehlenswert.

~ Daniel & Jenny

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