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Vanille Plantage in Mauritius

Hintergrund

Dieses Jahr ermöglicht­en wir uns ein neues Aben­teuer, für 2,5 Wochen ging es nach Mau­ri­tius. Das kleine Insel­land ist für traumhafte Strände und tolle Wan­derun­gen bekan­nt, aber wenn du ein­mal da bist, dann kannst du nahezu täglich neue Beson­der­heit­en ent­deck­en. Zwis­chen Märk­ten und Läden stell­ten wir fest, dass Vanille als Pro­dukt hier sehr her­aussticht. Wir woll­ten mehr erfahren und so fan­den wir nach einiger Recherche eine Tour auf ein­er Vanille Plan­tage in Mau­ri­tius. Zuvor hat­ten wir nur von der bekan­nteren Teeplan­ta­gen­tour gehört. Fol­glich bucht­en wir uns die Führung, um die Geheimnisse von Vanille zu enthüllen.

Plantation Vanille St. Julien

Die Vanille Plan­tage in St. Julien bot eine umfan­gre­iche Tour an. In den Bew­er­tun­gen stach her­vor, dass du während der Führung zahlre­iche Möglichkeit­en kriegst unter­schiedliche Leck­ereien zu testen. Für nur 450 MUR (8,40 Euro oder 14 AUD) pro Per­son kon­nten wir nicht nur mehr über Vanille ler­nen, son­dern auch zahlre­iche weit­ere Pro­duk­te der Plan­tage wie Kakaobohnen, Zuck­er­rohr und Kaffeebohnen.

Vanille

Alles … außer Vanille?

Die Vanille Plan­tage in Mau­ri­tius heißt aus dem Grund so, weil dort Vanille ange­baut wird. Allerd­ings fing die Tour mit allem anderen an, was es auf dieser Farm zu find­en gibt. Tomat­en, Bana­nen, Blu­men, Kräuter, Ananas, Papa­ja, Gua­va, Kaf­fee­bohnen… Es war unglaublich viel und sich all diese Infor­ma­tio­nen zu merken scheint mir schlichtweg unmöglich. Hier einige Infor­ma­tio­nen, die ich behal­ten habe. Auf Mau­ri­tius gibt es zwei Arten von Ananas, eine davon ist klein­er. (Das war die, die Daniel auf der Kajak­tour ver­putzt hat.) Viele der Früchte wer­den im unreifen Zus­tand wie Gemüse behan­delt. Es lässt sich Essen aus der Bana­nen­schale her­stellen. Einige Pflanzen haben die natür­liche Wirkung von Insek­tiziden und wer­den deshalb um andere Pflanzen herum gepflanzt.

Kakao

Prozess

Wie wird nun aus der Vanillepflanze  die bräun­lich-schwarze Schote, die so gut riecht? Um das zu beant­worten müssen wir ganz am Anfang anfan­gen. Wenn die Vanillepflanze gepflanzt wird braucht sie vier Jahre, bis die ersten Blüten wach­sen. Diese Blüten gibt es dann auch nur für cir­ca 24 Stun­den. In dieser Zeit müssen sie per Hand mit ein­er Nadel bestäubt wer­den. Das Ganze funk­tion­iert, da die Blüte selb­st bei­de Geschlecht­sor­gane hat. Diese wer­den von ein­er hauchdün­nen Mem­bran getren­nt, welche der Men­sch mit der Nadel beschädigt. Daraufhin wird die Blüte für wenige Sekun­den zusam­menge­drückt, dadurch find­et die Bestäubung statt. Die Blüten treten in Clus­tern auf. In diesen wird nicht jede Blüte bestäubt, da es son­st nur viele kleine Vanille­bohnen gibt. Denn je eine Blüte stellt auch nur eine einzige Vanillebohne.

Nach der Bestäubung dauert der Wach­s­tum­sprozess cir­ca neun Monate. Die Vanille­bohnen wer­den geern­tet, wenn sie eine Kon­sis­tenz haben die Wack­elpud­ding ähnelt. Dieser Prozess läuft, wie auch die Bestäubung, in Han­dar­beit ab. Die geern­teten Bohnen wer­den bei cir­ca 65 Grad Cel­sius mehrere Stun­den gekocht. Danach wer­den sie für unge­fähr zwei Wochen jeden Tag zwei Stun­den in der Sonne getrock­net. Anschließend wer­den sie wass­er- und licht­geschützt gelagert für den Fer­men­tierung­sprozess. Dies ist der Prozess in dem die grü­nen Vanille­bohnen zu Vanilleschoten wer­den. Sie ändern die Far­ber zur all­bekan­nten bräun­lich-schwarzen Fär­bung und entwick­eln das Aro­ma, dass uns als Vanil­legeruch bekan­nt ist. Dieser Prozess dauert unge­fähr weit­ere drei Wochen. Danach sind die Vanilleschoten ferig und wer­den vaku­umiert ver­packt für den Verkauf.

Die Vanille Plan­tage in Mau­ri­tius Plan­ta­tion Vanille St. Julien verkauft ihre eige­nen Vanilleschoten nur in ihrem eige­nen Shop. Mit ihren zwei Plan­ta­gen stellen sie nur cir­ca 270 bis 300kg Vanilleschoten her, was nicht genug für den Export oder gar die lan­deige­nen Super­märk­te ist.

Tasting

Nach­dem uns zahlre­iche Pflanzen und Anbaut­en gezeigt und erk­lärt wur­den, kon­nten wir in einem kleinen Bere­ich der Plan­tage einige von den gese­henen Pro­duk­ten verkosten. Als erstes kon­nten wir an ein­er Machine beobacht­en, wie der Saft aus Zuck­er­rohr gepresst wird. Diesen pro­bierten wir erst so und dann mit einem Schuss Zitro­nen­saft. Aus diesem Saft entste­ht brauner Zuck­er nach­dem dieser aufgekocht wird. Der Geschmack war, wie zu erwarten, sehr süßlich und ein wenig gewöh­nungs­bedürftig. Anschließend gab es chip­sar­tige Snacks, aus Bana­nen­schalen, Kichererb­sen und weit­eren Anbaut­en. Diese waren erstaunlich leck­er. Am Ende gab es noch eine Marme­laden­verkos­tung mit Bana­nen­brot. Alle Sorten enthiel­ten leicht­en Vanil­legeschmack und wur­den vorort zubere­it­et. Unter Sorten wie Gua­va, Man­go, Ban­nane und Ananas gab es einige span­nende Ent­deck­un­gen. Vor allem Ananas hin­ter­ließ bei mir einen nach­halti­gen Eindruck.

Zuckerrohrpresse

Der Erhaltungsprozess von Vanille

Im Shop wurde der Erhal­tung­sprozess von Vanilleschoten erk­lärt. So aufwändig die Her­stel­lung des Pro­duk­ts ist, umso länger hält sich der Nutzen von Vanille. Am Besten ist es jene einzu­vaku­umieren, doch auch ohne Vaku­umier­mas­chine kannst du Vanille lange hal­ten. Füll ein großes Glass halb mit Zuck­er und wick­el die Vanille nach jed­er Nutzung in Back­pa­pi­er, welch­es du wie Bon­bon­pa­pi­er an den Enden ver­schließt, dann wird sich die Schote hal­ten und gle­ichzeit­ig einen aro­ma­tisierten Vanillezuck­er produzieren.

Wenn du die Samen der Vanilleschote aufge­braucht hast, kannst du die Schote weit­er­hin nutzen. Platziere sie weit­er­hin im sel­ben Glas, allerd­ings außer­halb des Back­pa­piers. Sie wird noch eine Weile das Aro­ma behal­ten. Wenn du zum Beispiel Milch kochst, dann kannst du diese leere Schote mitkochen. Sie wird dein­er Milch Vanil­legeschmack geben. Wasche und trockne sie danach, bevor du sie eben­falls wieder in dein Glas füllst. Das Ganze dann am besten Trock­en und im Dunkeln lagern. Sollte die Schotte irgend­wann fer­tig sein oder zu trock­en, dann kann man diese noch in einem Mix­er zu einem Vanillepul­ver verarbeiten.

Auf der Vanille Plan­tage verkaufen sie auch blaue Vanille, jene ist über 30 Jahre alt und bildet sog­ar Kristalle. Das Aro­ma und der Geschmack sind noch inten­siv­er, je nach­dem wen du fragst 10 bis 20 mal stärker.

Fazit

Die Tour auf der Vanille Plan­tage war sehr span­nend und auch leck­er im Pro­bieren. Wir lern­ten viel Neues und waren sehr erstaunt über den aufwendi­gen Prozess der Vanille Her­stel­lung. Empfehlenswert ist die Tour der Vanille Plan­tage in Mau­ri­tius auf jeden Fall! Wir empfehlen die Plan­ta­tion Vanille St. Julien, da es sich hier­bei um ein lokales Fam­i­lienun­ternehmen han­delt. Die Mitarbeiter/innen sind alle sehr fre­undlich. Zudem han­delt es sich um eine Bio­farm. Statt Pes­tiziden wird hier eine Per­makul­tur ange­baut, um die Insek­ten zu verscheuchen.

~ Daniel & Jenny

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